Nach dem Ende der Theorie

Letzte Woche hatte ich schon einen Beitrag über Big Data – darüber, wie manche psychologische Grundlagenforschung via Paper-Pencil-Test angesichts riesiger Datenspeicher- und -verarbeitungskapazitäten putzig zu wirken beginnt. Heute ein Hinweis auf einen Artikel auf Telepolis zu ähnlichem Thema geschrieben habe: 5 Jahre nach dem Ende der Theorie

Und noch ein Gedanke in Weiterführung des letzten Posts: Big Data ist natürlich nicht das Ende der Psychologie.

Ein Beispiel: Wie funktioniert beispielsweise ein gutes Beratungsgespräch? Welche Interaktionen lösen welche Aktionen aus? Wie und warum entwickelt sich eine Person während und nach einem Beratungsgespräch weiter? Welche Rolle spielt dabei die Beziehung zwischen Beraterin/Berater und Beratenen?

Das sind Fragen, die sich schlecht datenmäßig abbilden lassen. Sie erfordern Werte, ein Menschenbild, Erfahrung, ein Modell von Beratung, Wissen, insgesamt also Kompetenzen. Kompetenzen lassen sich nur schwer algorithmisieren. Kompetenzen unterscheiden Menschen von Maschinen.

Ein Artikel über Dan Wagner, den Big Data-Analysten, der Barack Obamas Wahlkampf maßgeblich beeinflusste, zeigt das ganz gut. Big Data zeigt sich hier gegenüber allen konventionellen Methoden um Zielgruppen und Wählerschaften zu definieren als haushoch überlegen. An der Haustür und am Telefon aber, wenn gilt eine Person zu überzeugen – da braucht es keinen Algorithmus, sondern Menschen.

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